In zehn Schritten zum perfekten Käse.
So wird aus 120 Litern bester holländischer Milch ein traditioneller Rundlaib echter Frico-Gouda.
Vom Bauern zu Frico
Jeden
Tag holt unser Milchlieferservice die frische Milch von den Bauernhöfen
ab und liefert sie an unsere Produktionsstätten, wo sie erst einmal
„auf Herz und Nieren“ überprüft wird. Dann wird sie für das Käsemachen
vorbereitet.
Von der Kuhmilch zur Käsemilch
Für
die Käseherstellung braucht man Milch mit einem ganz bestimmten
Rahmanteil. Früher wurde dafür die Kuhmilch in große flache Becken
gefüllt, so dass sich der Rahm an der Oberfläche absetzen konnte. Heute
setzen wir Trennmittel ein, die die Milch in entrahmte Milch und
Rahmmilch trennen. Die entrahmte Milch füllen wir mit Vollmilch auf, bis
der richtige Fettgehalt erreicht ist. So entsteht Käsemilch. Wir
pasteurisieren sie, um sämtliche Bakterien zu entfernen.
Das Dicklegen
Damit Käse entsteht, muss die Milch
zunächst „dick gelegt“ werden, wie wir sagen. Wir mischen die Käsemilch
mit gesunden Milchsäurebakterien und geben Lab dazu. Dadurch gerinnt
das Eiweiß der Milch - sie wird dick. Das nennt der Kaasmeister
„Labfällung“. Nach etwa 30 Minuten ist aus der weißen Flüssigkeit eine
gallertartige Masse geworden. Jetzt geht’s zum Bruchschneiden.
Das Bruchschneiden
Der
nächste Schritt: Mit einem Rührwerk schneiden wir die gallertartige
Masse in gleichmäßige Stücke. Der so genannte „Käsebruch“, eine körnige
weiße Masse, entsteht. Je kleiner der Bruch geschnitten wird, desto
härter wird der Käse. Bei der Hartkäseproduktion zum Beispiel sind die
Bruchkörner ungefähr so groß wie Reiskörner. Beim Schnittkäse sind sie
etwas größer.
Das Brennen
Damit die Bruchkörner noch mehr Molke
abgeben, sich zusammenziehen und fest werden, wird der Käsebruch
während des Schneidens erhitzt. Das nennt der Käsemeister "Brennen".
Dabei werden bei einigen Käsesorten auch Reifekulturen zugegeben, die
den typischen Geschmack und Charakter der unterschiedlichen Sorten
bestimmen.
Das Ausformen
Ist
genügend Molke ausgetreten, wird der fertige Käsebruch in eine Form
gefüllt. Das ist eine Wissenschaft für sich und ein entscheidender Teil
der Kaaskunst. Unsere Käsemeister brauchen viel Erfahrung, um zu
entscheiden, wann der Bruch die richtige Konsistenz für eine bestimmte
Käsesorte hat. In die Form gegeben, bekommt der Käse Druck. Ein Gewicht
von rund 200 Kilogramm presst die restliche Molke aus dem Käse und gibt
ihm die spätere Form. In den Niederlanden legen die Käsemeister übrigens
vor dem Pressen eine Kontrollmarke aus Milcheiweiß auf den Käsebruch.
Die gibt Auskunft über Sorte, Fettgehalt, Herstellungsdatum und
Herkunft. Während der Reifung verwächst die Marke mit der Rinde. So ist
jeder einzelne Käse identifizierbar.
Ab ins Salzbad!
Die
nächste Station in der Käseherstellung ist das Salzbad. Dabei entzieht
eine Salzlösung dem Käse noch mehr Feuchtigkeit und fördert Rinden- und
Geschmacksbildung. Etwa zwei Tage schwimmen die großen Käselaibe im
Salzbad. Danach sehen sie blassweiß aus, schmecken säuerlich, und der
Teig ist etwas bröckelig. Wie wird aus diesem unfertigen Käse leckerer
Frico-Gouda? Ganz einfach: Durch die Kaaskunst. Sie bestimmt Reifezeit,
Reifeort, Lagerklima und liebevolle Pflege.
In der Ruhe liegt die Kraft
Je
länger ein Käse reift, desto würziger und aromatischer wird er. Zum
Beispiel Gouda: Ein junger Gouda reift vier bis acht Wochen; ein
gereifter Gouda braucht für seinen herzhaften Geschmack einige Monate
länger. Das liegt daran, dass es während der Reifezeit im Käse arbeitet.
Die hinzugefügten Reifekulturen bauen nämlich durch Enzyme Eiweiß und
Fett ab. So bilden sich die Aromen und Geschmacksstoffe. Zudem wird
während der Reifezeit der Teig geschmeidig, und der Käse erhält sein
typisches Äußeres.
Früher reiften fast alle Käse in natürlichen Höhlen oder tiefen, gemauerten Gewölbekellern, denn während der Reifung mag es der Käse kühl und feucht. Unsere modernen Reifekeller sind ihren historischen Vorbildern klimatisch nachempfunden: Temperaturen zwischen 8 und 16 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 98 Prozent bilden für die meisten Käsesorten eine ideale Umgebung.
Liebevolle Pflege
Unser
Käse braucht viel Zuwendung und Pflege, um seinen optimalen Geschmack
zu entwickeln. Zum Beispiel wird er während der Reifezeit mehrere Male
gewendet und mit einer luftdurchlässigen Schutzschicht überzogen. So
kann er noch atmen und ist gleichzeitig vor äußeren Einflüssen wie Staub
oder Feuchtigkeit geschützt. Während der gesamten Zeit im Reifelager
wird der Käse immer wieder geprüft. In den unterschiedlichen Reifephasen
kontrolliert der Käsemeister Konsistenz, Geruch, Geschmack und Gewicht.
Dafür entnimmt er mit dem Käsebohrer, dem „kaasboortje“ Proben, die er
auf Geruch, Konsistenz und Geschmack prüft. Auch das ist ein wichtiger
Bestandteil der Kaaskunst. Bei uns in Holland gibt es sogar eine
nationale Meisterschaft der Käseprüfer um den „Goldenen Käsebohrer“!
Während der Reifezeit bekommt der Käse übrigens auch seine Löcher, weil
ein ungiftiges Gas in den Käselaibern entsteht, das nicht entweichen
kann und so die Löcher verursacht.
Fertig!
Schließlich
ist die Reifezeit beendet und der Käse ist fertig. Danach wird er mit
einer luftundurchlässigen Schutzschicht überzogen, um ein Nachreifen zu
verhindern.
Nach einer weiteren eingehenden Prüfung kann er konfektioniert, verpackt und in alle Welt versandt werden, überall dahin, wo man den leckeren Frico-Gouda liebt und ihn gerne verspeist. So ist aus 120 Litern frischer Milch durch die lange Tradition der holländischen Kaaskunst ein wohlschmeckendes und gesundes Lebensmittel geworden: ein Zwölf-Kilo-Laib Frico-Gouda. Mooi, niet?

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